Tag des Denkmals 2015

Das war der Tag des Denkmals 2015

2015 stand der Tag des Denkmals am 27. September unter dem Motto „Feuer und Flamme“. Österreichweit nutzten rund 58.000 Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit 233 Eventorte größtenteils bei freiem Eintritt und unter fachkundiger Führung kennen zu lernen oder neu zu erleben.

Burgenland

In ganz Burgenland nutzten zahlreiche BesucherInnen die Möglichkeit, verborgenen Schätzen zum Thema „Feuer und Flamme“ nachzuspüren. An 18 ausgewählten Orten – von Neusiedl bis ins südburgenländische Mogersdorf – wurde dank des großen Einsatzes von Privatpersonen, Gemeinden und Vereinen zahlreichen Interessierten ein vielfältiges Programm geboten.
Großen Anklang fand die Tagestour, die heuer wiederum in Kooperation mit der ÖGFA die wissbegierigen ZuhörerInnen von Sieggraben nach Oberwart bis nach Szombathely ins Sputnik-Observatorium und dem Kemenes Vulkanpark in Celldömölk und wieder zurück ins Burgenland führte. In der kleinen burgenlandkroatischen Ortschaft Zillingtal-Celindof wurde des Themas „Feuer und Flamme“ in besonderer Weise gedacht: Neben einer zweisprachigen Dorfführung zu den örtlichen Denkmalen wurden in einem Vortrag die stillgelegten Schmieden der Ortschaft thematisiert. Reges Interesse fand das heuer restaurierte Pleiningerhaus in Grosshöflein, wo die Eigentümer Frau Imelda Krizan, der Restaurator Bernhard Gritsch und Landeskonservator Mag. Peter Adam fachkundig Auskunft gaben. Im Weinwerk, einem barocken Bürgerhaus in Neusiedl am See, wurden die Ergebnisse des Schulprojekts „Denkmaltouren“ präsentiert – Fotografien und der Denkmalkalender 2016!
Das Diözesanmuseum und das Österreichisches Jüdische Museum in Eisenstadt öffneten zahlreichen Interessierten ihre Pforten und erschlossen dem Publikum in Sonderführungen das Motto des heurigen Jahres. Im traditionsreichen Töpferdorf Stoob gewährte der Keramikermeister Christoph Graf Einblick in seine Werkstatt.  Jung und alt konnten sich bei herbstlichem Wetter beim Zielspritzen üben, das die Stadtfeuerwehr Pinkafeld im Garten des Stadt- und Tuchmachermuseums veranstaltete. Die einmalige Möglichkeit das einzige historistische Schloss des Burgenlandes in Rotenturm zu besichtigen, wurde von unzähligen Schaulustigen genutzt. Viele Jahre dem Verfall preisgegeben, verdankt der eindrucksvolle Bau in maurischem Stil sein Wiedererstehen in alter Schönheit seinem Eigentümer Prof. Heinz Schinner. In der Pfarrkirche von Mogersdorf wurde mit der Freilegung und Restaurierung der Fresken einem Denkmal sein ursprüngliches, qualitätvolles Erscheinungsbild zurückgegeben. Zur Restaurierung und den teilweise recht blutrünstigen Darstellungen der Schlacht von Mogersdorf sprachen Restauratorin Mag. Germana Wolf und Historikerin Silvia Dolmanits. Am einstigen Schlachtfeld von 1664 tummelten sich zahlreiche Interessierte, die vom Archäologen Mag. Franz Sauer in die „Schlachtfeldarchäologie“ eingeführt wurden.

Menschengruppe im Eingangsbereich © Heinz Schinner
Mann mit Keramikadler © Dobrovits
Menschengruppe bei Führung © BDA

Kärnten

Eine beachtliche Zahl an KärntnerInnen waren am Tag des Denkmals „Feuer und Flamme“ für die gebotenen Veranstaltungen: Die meisten BesucherInnen konnte die Dompfarre in Klagenfurt verbuchen! Das besonders vielfältige Programm, das von einer spektakulären Brandschutzübung über ein Orgelkonzert bis hin zu einer vom Dompfarrer gemeinsam mit dem Landeskonservator im Rahmen eines Gottesdienstes ausgerichteten Dialogpredigt zum Thema „Kirche und Denkmalschutz“ reichte, sprach Jung und Alt an. Der Besucherandrang in der Ziegelei Falkinger in Grafenstein und in der bald fertig eingerichteten Werkstatt des Restaurators Robert Smoley in Oberdrauburg zeigt, dass altes Handwerk in letzter Zeit wieder geschätzt wird. Besondere Gastfreundschaft genossen am Kärntner Tag des Denkmals die TeilnehmerInnen der Erzweg-Wanderung in St. Gertraud, die von der Marktgemeinde unterwegs liebevoll bewirtet wurden! Im Aufzughaus der historischen Hochofenanlage ließen sich zahlreiche Fans der Psychotherapeutin und Literatin Andrea Nagele bei einer Lesung zu 111 Kärntner Sehenswürdigkeiten abseits traditioneller Pfade verführen. Auf überaus positive Resonanz stießen auch alle übrigen Veranstaltungen, die ein interessiertes und fachkundiges Publikum fanden: Orts- und Stadtführungen in Friesach, Oberdrauburg und Bad Eisenkappel, Museumsführungen im Museum des „Nötscher Kreises“ im Gailtal, am Peršmanhof im Leppen-Graben, im archäologischen Park am Magdalensberg, Im Wachsstub’n-Museum in Friesach und im Friedensmuseum in Kobarid, wie auch eine auf mehrere Stationen verteilte Großveranstaltung zur Wörthersee-Architektur, die musikalisch in der neu adaptierten Musikschule in Velden begann und stimmungsvoll bei einer Schifffahrt ausklang.

Menschengruppe bei Führung © BDA
Menschengruppe vorm Eingang © BDA
Menschengruppe bei Führung © BDA

Niederösterreich

Der Tag des Denkmals war in Niederösterreich auch heuer wieder ein großer Erfolg! Einen Besucheransturm erlebten die Kartause Mauerbach und das Schloss Mautern an der Donau. Große Teile des Schlosses Mautern konnten dank der Stadtgemeinde am Tag des Denkmals einmalig besichtigt werden. Referenten und Referentinnen des Bundesdenkmalamtes informierten über die bauhistorischen und restauratorischen Untersuchungen in Schloss und Schlosskapelle. In Dobermannsdorf im Weinviertel nutzten viele BesucherInnen die Möglichkeit, den Fortschritt der Sanierungsarbeiten bei der in Privatbesitz befindlichen ehemaligen Volksschule zu verfolgen. Weitere Anziehungspunkte waren die Führungen durch die historischen Stadtzentren: Bei den geführten Spaziergängen durch die Altstädte von Bruck an der Leitha, Zwettl, St. Pölten und Wiener Neustadt wurden sowohl die neuesten Erkenntnisse der Stadtgeschichtsforschung vorgestellt als auch über aktuelle denkmalpflegerische Vorhaben gesprochen. In Krumbach stieß das Schau-Schmieden auf großes Interesse. Der direkte Kontakt der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Bundesdenkmalamtes, der Denkmaleigentümer und Denkmaleigentümerinnen, der am Denkmal arbeitenden Gewerke, die über ihre Arbeit berichteten und mannigfaltige Fragen beantworteten, und den BesucherInnen wurde von allen sehr geschätzt.

Historische Lokomotive © BDA
Workshop mit Kindern © BDA
Menschengruppe bei Führung © BDA

Oberösterreich

Zum Thema „Feuer und Flamme“ gab es in Oberösterreich 38 Programmpunkte. Tausende Besucherinnen und Besucher machten den Tag des Denkmals auch heuer wieder zu einem vollen Erfolg. Regelrecht gestürmt wurden die Programmpunkte in Feldkirchen bei Mattighofen (Kaspergut) und in Marchtrenk (Feuerwehrhaus). Aber auch in Schärding (Stadtführung), in Steyr (Altstadtführung und Stollen) oder im Oberösterreichischen Burgenmuseum in Tragwein (Burg Reichenstein) wurde am oberösterreichischen Wahlsonntag reger Zulauf verzeichnet. Fest etabliert ist der Tag des Denkmals in Freistadt. Das heurige Programm war besonders vielseitig, die mittelalterlichen Kelleranlagen wurden ebenso wie die Events (Feuershow, Schauschmiede) von einem begeisterten Publikum aufgenommen. Selber „draufhauen“ und wie ein Schmied am offenen Feuer das glühende Eisen zu bearbeiten war bei einigen Veranstaltungen möglich. Wie schweißtreibend aber auch wie faszinierend diese Arbeit sein kann, davon überzeugten sich die BesucherInnen selbst. Mit richtigem Werkzeug an der Esse zu arbeiten war für die Kinder ein großer Anziehungspunkt, mancher hat da sein Talent entdeckt. Der stellvertretende Landeskonservator Mag. Klaus Kohout, Koordinator des Denkmaltages, begrüßte im Kaspergut in Gietzing, Gemeinde Feldkirchen bei Mattighofen mit seiner Mitarbeiterin Dipl.-Ing. Elisabeth Seuschek, die auch die Führungen übernahm, zahlreiche Gäste. Der große Erfolg des Denkmaltages ist in erster Linie den zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die für die Organisation der Besichtigungen an Ort und Stelle zuständig sind, zu verdanken. In Oberösterreich sind viele engagierte Damen und Herren alljährlich beim Tag des Denkmals im Einsatz, ihnen gebührt – ebenso wie den mitverantwortlichen Organisatorinnen und Organisatoren in der Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege in Oberösterreich, der Landeskulturdirektion und der Diözese Linz – großer Dank.

Menschengruppe bei Führung © BDA
Eiingang zum Stollen © Karls Ramsmair
Schmied bei der Arbeit © Manfred Hainzl

Salzburg

Das Interesse der Bevölkerung am Kulturerbe Salzburgs ist groß. Tausende BesucherInnen haben neugierig 18 Denkmale besucht. In Spezialführungen durch die EigentümerInnen als auch durch SpezialistInnen aus dem Kultur- und Restaurierungsbereich wurden die Besonderheiten der Denkmale, ihre Geschichte, ihr Zustand und wie sie für die Zukunft weiter erhalten bleiben sollen, vermittelt. Jung und Alt wollten mehr über die Denkmallandschaft, die alten Häuser und die wundersamen historischen Objekte ihrer historischen Kulturlandschaft erfahren. Mit vielen Fragen, aber auch Berichten zu den Objekten zeigten sie Ihr Interesse für die Denkmalpflege und vermittelten den EigentümerInnen ihre Wertschätzung für den sorgsamen Umgang mit den alten Objekten. Das Haus Mierka in Salzburg wurde von Besucherinnen regelrecht gestürmt, denn es war erstmalig für die Öffentlichkeit zugänglich. Dass ein modernes Haus ein Denkmal sein kann, verwunderte. Bei der Besichtigung der zum Teil besonders edel hergestellten und nun fachgerecht restaurierten Ausstattung war Bewunderung und Erstaunen gleichermaßen vorhanden. Für die Eigentümer war dies ein Tag des positiven Feedbacks auf ihre bald zwei Jahre andauernde Renovierungstätigkeit. Das fertig restaurierte Wohnhaus, die ehemalige Kaserne aus der Barockzeit an der Müllner Hauptstraße in Salzburg, überzeugte ihre BesucherInnen durchwegs und Architekt, DenkmalpflegerInnen, VertreterInnen des Welterbes und der Geschäftsstelle für die Altstadterhaltung erhielten viel Lob zu ihrer Tätigkeit. Die BesucherInnen konnten sich davon überzeugen, dass in den Altstadtschutzzonen der Welterbestätte Revitalisierungen von Wohnhäusern durch viele verschiedene Fachleute umgesetzt werden. Die Diskussionen waren spannend, denn so manche BesucherIn konnte über ihr Leben in einem Denkmal berichten. In Bad Gastein fanden zahlreiche BesucherInnen den Weg zur Geschichte ihrer Talschaft. Mit dem Montanmuseum Böckstein, aber auch mit dem Kraftwerk am Wasserfall wurde die Wirtschafts- und Sozialgeschichte fassbar und erlebbar.

Menschengruppe © BDA
Innenhof © BDA
Ein MAnn erklärt zwei Personen ein technisches Instrument © BDA

Steiermark

Die Steiermark hat drei Tage gefeiert! Den Beginn machten die Ziviltechnikerinnen schon am 25. September, die zu einer Vernissage ins Bundesdenkmalamt luden, und ein Gitarrenkonzert war der Auftakt im Hammerwerk Roob in Ligist. Am Samstag dann der nächste Höhepunkt: die Führung bei Kerzenlicht in der Beletage im Grazer Schloss Eggenberg. Und auch in der Tabakhütte in Ilz luden die Verantwortlichen schon am Vorabend zu einem Gespräch mit Zeitzeugen des Tabakanbaus. Spannend! ORF Steiermark heute sendete am Vorabend den Wetterbericht von der Dorfschmiede Tilp aus Stubenberg - da war es also sicher, das Wetter wird halten. Neben den vielen Angeboten unter Dach waren daher auch die Stadtrundgänge und Mitmachaktionen im Freien gut besucht. Heuer nutzten viele gleich mehrere Angebote, es ging also im wahrsten Sinn des Wortes heiß her auf der „Denkmalralley“ von Graz beim Hl. Florian – nach Retznei zum Kalkbrennofen – weiter zur Brandübung nach Feldbach und in die ehem. Tabakfabrik in Fürstenfeld – über die Tabakhütte von Burgau – und zurück zum Rauchstubenhaus in Waisenegg. Gemütlicher waren da schon die Bahnfahrten in Eisenerz und Graz. Jedenfalls war die Begeisterung spürbar und den ProgrammpartnerInnen war die Freude über das Interesse ins Gesicht geschrieben. Ihnen gebührt ein herzlicher Dank!

Historisches Löschfahrzeug © BDA
Menschengruppe bei Führung © BDA
Menschengruppe bei Führung © BDA

Tirol

Bei trockenem, jedoch kühlem Wetter wurde der Tag des Denkmals in Tirol heuer von tausenden Interessierten besucht. Insbesondere dem treuen Klientel und der massiven, zum Teil eigenständigen Werbung vereinzelter Veranstaltungspartner ist es zu verdanken, dass der Tag des Denkmals in Tirol zum Erfolg wurde. Viel wichtiger als die Zahlen sind jedoch die Begeisterung und die positive Resonanz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Kalkbrennen © Verein Altfinstermünz
Fahne Tag des Denkmals mit zwei Personen © Barbara Pöll
Menschengruppe bei Führung © Barbara Pöll

Vorarlberg

Bei strahlendem Herbstwetter nutzen zahlreiche interessierte BesucherInnen die Möglichkeit, das kulturelle Erbe unseres Ländles kennenzulernen. Offene Türen zu versteckten Schätzen und Geschichten: Am Tag des Denkmals 2015 präsentierte Vorarlberg die Vielfalt der Denkmale – vom Kalkofen in der Kulturlandschaft bis zum Gesamtkunstwerk einer historistischen Kirche, vom Künstlerhaus zur Ruine, vom Kloster zum Bauernhaus, das einer Restaurierung harrt – für Abwechslung war in jedem Fall gesorgt. Allein in Vorarlberg präsentieren 36 Orte und Programmpunkte unter dem diesjährigen Motto Feuer & Flamme Kulturgenuss und Denkmalpflege unter vielseitigen Aspekten. Von Bregenz bis ins Montafon, vom Bregenzerwald übers Rheintal – überall gab es spannende Führungen, spezielle Einblicke, Geschichten und vieles mehr. Besonders viel los war natürlich in der Schwerpunktstadt Bregenz. Hier machten sich zahlreiche große und kleine BesucherInnen nach einer stimmungsvollen Eröffnung auf Entdeckungsreise durch die ganze Stadt.

Menschengruppe bei Führung © Kaspar Michael
Menschengruppe bei Führung © Ingrid Ionian

Wien

Das Publikumsinteresse am Tag des Denkmals war 2015 enorm! In der Hofburg konnten beim Tag der offenen Tür im Bundesdenkmalamt und im Gipskeller neue Besucherrekorde verzeichnet werden. Viele Interessierte informierten sich vor Ort über das breitgefächerte Tätigkeitsgebiet des Bundesdenkmalamtes und besichtigten in laufend angebotenen Führungen den Ahnensaal und das Sterbezimmer Kaiser Franz II./I. Im Gipskeller der Hofburg war der Ansturm so groß wie noch nie, sodass spontan zusätzliche Führungen angeboten wurden. Beim Rathaus konnten nach der Begrüßung durch Stadtrat Dr. Michael Ludwig, Präsidentin Dr.in Barbara Neubauer und Landeskonservator Dr. Friedrich Dahm zahlreiche Besucherinnen und Besucher an Führungen rund um das Thema der aktuellen Rathausrestaurierung teilnehmen und den Steinmetzen bei Ihrer Arbeit an ausgestellten Schaustücken über die Schulter blicken. Außerordentlich viele Wanderinnen und Wanderer nahmen auch am Doderer-Stadtspaziergang teil, der mit 3 Stunden Dauer einen historischen Einblick in die privaten und literarischen Stationen des Schriftstellers bot.

Gipsmodelle © BDA
Hauptfassade © BDA
Kinder löschen mit Feuerwehrschlauch © BDA