Tag des Denkmals 2018

Das war der Tag des Denkmals 2018

67.500 Besucherinnen und Besucher begaben sich – entsprechend des diesjährigen Mottos „Schätze teilen“ – bei über 290 Programmpunkten auf die Suche nach den historischen Schätzen unseres Landes.

Burgenland

In ganz Burgenland nutzten zahlreiche BesucherInnen die Möglichkeit, dem heurigen Motto „Schätze teilen“ nachzuspüren.

An 21 Orten – von Bruckneudorf mit der Bunkeranlage Ungerberg bis in das idyllische südburgenländische Künstlerdorf Neumarkt an der Raab – wurde dank des großen Einsatzes von Privatpersonen, Gemeinden und Vereinen über 2.500 Interessierten ein vielfältiges Programm geboten.

Dem Motto gemäß öffneten viele Burgen und Schlösser ihre Pforten, um ihre häufig im Verborgenen blühenden Schätze öffentlich zu präsentieren, etwa den prächtigen Festsaal auf Burg Bernstein, die Schatzkammer von Burg Forchtenstein und die bemerkenswerte Eisenkunstgusssammlung auf Burg Güssing. Schloss Neusiedl, ein ehemaliger Militärbau, wurde vom Publikum regelrecht gestürmt. Anklang fand die ganztägige Kulturfahrt zu den Baudenkmalen des Brutalismus im Burgenland, die in Kooperation mit der ISG von der Osterkirche in Oberwart bis zum Haus Dellacher, einem Frühwerk von Raimund Abraham, geführt hat. Dessen Bedeutung wurde mittlerweile durch die Aufnahme in das weltumspannende Netzwerk der „Iconic Houses“ gewürdigt. Reges Interesse fand die im Rahmen eines Festgottesdienstes begangene Präsentation der jüngst freigelegten Fresken von Johann Gfall in der Pfarrkirche von Parndorf. In Rust, Ritzing und Neumarkt an der Raab wurde das Publikum in die Welt der Restaurierung entführt. Gewohnt informativ war der Vortrag des Archäologen Mag. Franz Sauer zu den burgenländischen Kirchen des 9. Jahrhunderts. Im Edelhof von Forchtenau wurde eine museale Schau über Leben und Wirken von Franz Simon geboten, der Zeugnisse einer alten bäuerlichen Kultur vor ihrer Vernichtung dokumentiert hat. Auch heuer wurden in Kooperation mit dem slowakischen und ungarischen Denkmalamt ausgewählte Denkmale in Casta (Slowakei) und in Sopron (Ungarn) präsentiert. Das prächtige Herbstwetter wurde von vielen Neugierigen gerne genutzt, das Freilichtmuseum in Gerersdorf bei Güssing zu erkunden, das im heurigen Jahr zu Recht zum „schönsten Platz“ des Burgenlandes gekürt wurde.

Ein herzliches Dankeschön an die vielen Personen, die zum Gelingen des Tages des Denkmals im Burgenland beigetragen haben!

Panzer in Bunkeranlage in Bruckneudorf © BDA
mehrere Menschen bei der Führung in Cerveny Kamen © BDA
mehrere Menschen bei der Führung im Haus Dellacher © BDA

Kärnten

Bei der österreichweit medial stark beachteten Eröffnung der erweiterten Gedenkstätte Loibl-Nord im Rahmen der diesjährigen Kärntner Auftaktveranstaltung am 29. September durch Staatssekretärin Mag. Karoline Edtstadler und Landesrat Mag. Ulrich Zafoschnig wurde einer interessierten Öffentlichkeit die grundlegende Problematik, wie mit historischen Überresten umzugehen ist und welchen Stellenwert sie sowohl als Denkmal und Symbol als auch gleichzeitig für die Vermittlung in einer Gedenkstätte haben können (Bertrand Perz), im Spannungsfeld von Denkmalpflege und Gedenkstättenpädagogik vor Augen geführt.

Der eigentliche Denkmaltag am 30. September stand dann in Kärnten im Zeichen mehrerer grenzüberschreitender Veranstaltungen: Die Karawanken-Wanderung mit Zdravko Haderlap und Ferdinand Bevc wie auch die Kulturfahrt durch die ehemalige Untersteiermark nach Maribor mit Igor Sapač veranschaulichten, wie die 1919 durch die damaligen Grenzziehungen jäh zerschnittene Kultur- und Denkmallandschaft Südkärntens heute wieder als gemeinsames europäisches Kulturerbe erzählt/erlebt werden kann.

Eine „Grenznatur“ unserer Zeit, Peter Handke, präsentierte Klaus Amann in der neu konzipierten Dauerausstellung in Stift Griffen. Pfarrer Dersula führte durch die Anlage, darunter die Stiftskirche, deren Stuckfassade im Rahmen eines EU-Projektes Ende der 1990er Jahre bei fachlichem Austausch mit bayrischen, tschechischen und slowakischen DenkmalpflegerInnen restauriert worden war.

Im Sinne der Kulturerbe-Vermittlung wurden auch heuer wieder „Schätze“ mit der Jugend geteilt: Für die Kinder gab es Führungen zum Klagenfurter Lindwurm mit anschließendem Drachenmalen und im Spittaler Museum für Volkskultur Familienprogramme beim Kärnten-Panorama, wo man sich in ein 200 Quadratmeter großes Luftbild des Bundeslandes einzoomen konnte!

Ein weiterer Themenschwerpunkt im heurigen Jahr war die Archäologie, der zwei Veranstaltungen im Mölltal gewidmet waren. Dank der engagierten Unterstützung der ArchäologInnen Astrid Steinegger und Stefan Pircher seitens der Gemeinden Reißeck und Großkirchheim fanden die Präsentationen zu einer im Kern mittelalterlichen Zinkhütte und zu einer ergrabenen römerzeitlichen Siedlung breiten Zuspruch der Bevölkerung!

Und im Stift St. Paul war eine Sonderführung von Pater Dr. Gerfried Sitar der Beziehung des Benediktinerstiftes zu Franz I./II. gewidmet, der heuer seinen 250. Geburtstag feiert.

Bei einem Spaziergang mit Joachim Eichert durch die Altstadt Klagenfurts ging es ganz konkret themenbezogen um sozial motivierte Besitzteilung durch WohltäterInnen und karitative Organisationen: von der Bürgerspitalstiftung des 16. Jahrhunderts bis hin zum Social Business-Projekt „Magdas“ der Caritas, wo alle BesucherInnen – darunter die jüngste im Alter von 11 Monaten – gelabt wurden!

Das Motto „Schätze teilen“ wurde natürlich auch auf die Kooperation von DenkmaleigentümerInnen und Denkmalbehörde bezogen: Am Denkmaltag baten wir engagierte DenkmaleigentümerInnen, wie die Familie Walker, Herrn Constantin Staus-Rausch, das Nötscher Museum oder auch die Diözese Gurk, vor den Vorhang, die ihre Schätze im Interesse der Öffentlichkeit erhalten und dieser zugänglich machen. Unser Publikumsmagnet war heuer das in Restaurierung begriffene Schloss Grades, das hunderte BesucherInnen aus allen neun Bundesländern und aus insgesamt sechs Nachbarländern verzeichnen konnte!

mehrere Menchen bei der Eröffnung und Debatte der KZ Gedenkstätte © Klever
mehrere Menschen bei der Führung durch Klagenfurt © Joachim Eichert
mehrere Menschen bei einer Führung durch Klagenfurt © Joachim Eichert

Niederösterreich

In Niederösterreich fand der Tag des Denkmals mit 42 Programmpunkten statt. Jeder einzelne wurde gut besucht, doch wie jedes Jahr verzeichnete die Kartause Mauerbach mit dem Informationszentrum für Denkmalpflege die meisten BesucherInnen. Hier fand zusätzlich ein Kinderprogramm statt, das unsere jungen BesucherInnen einlud, historische Handwerkstechniken zu erproben. 

Neben dem traditionellem Kalkbrand und den zahlreichen Führungen durch die barocke Klosteranlage erfreuten sich vor allem die zahlreichen Demonstrationen der HandwerksmeisterInnen großer Beliebtheit. So wurden zum Beispiel händisch Ziegel geschlagen, Pigmente gemahlen, historische Fenster repariert und traditionell geschmiedet. Kinder und Jugendliche konnten an vielen Stationen selbst Hand anlegen und sich unter Anleitung erfahrener Spezialistinnen an der Herstellung von Armbändern aus Kupfer, dem Malen von Fresken oder dem Behauen von Steinen versuchen. Das Wetter spielte mit und das Rahmenprogramm mit Musik, Speis und Trank konnte komplett im romantischen Kreuzgarten des Klosters stattfinden.

Das ehemalige Missionshaus St. Gabriel in Maria Enzersdorf am Gebirge, das teilweise zu einem Hotel umgebaut wurde und nun erstmals für die Öffentlichkeit geöffnet war, wurde von vielen hundert Personen besucht, die das Ergebnis der Umnutzung sehen wollten.   Die meisten BesucherInnen werden von jenen Häusern angezogen, die eine einmalige Gelegenheit boten, hinter die Fassaden zu blicken und die wechselhafte Geschichte der Objekte zu erfahren.

Genauso mit großem Interesse wurden Veranstaltungen angenommen, in denen der Weg zu einem restaurierten oder wiederhergestellten Denkmal vorgeführt werden konnte. Das war zum Beispiel am Karner von Deutsch Altenburg der Fall, wo die Restauratoren Ihre Arbeitsmethoden vorzeigten. Auch im Hagerschen Freihaus in Allentsteig konnte man nicht nur bei der Freilegung von Wandmalereien zusehen, sondern sich sogar unter Anleitung in der Wandmalereibefundung selbst versuchen.

Der Eigentümer des in Restaurierung befindlichen Bauernhauses in Zweres wiederum gab tiefe Einblicke in bauliche Sanierungsmethoden im Altbau. Und in Wösendorf konnte man einem Gemälderestaurator bei der Restaurierung des großen Altarbildes von Kremser Schmid über die Schulter sehen.

Das vielfältige Programm in den Kellergassen von Poysdorf ist gleichzeitig der österreichische Beitrag zum Europäischen Jahr des kulturellen Erbes. 

Das umfangreiche Programm kam nur durch den großen Einsatz der DenkmaleigentümerInnen und ihrer MitarbeiterInnen zustande. Ihnen und auch den interessierten Besuchern, die den Tag zu einem Erfolg machten, sei dafür herzlich gedankt.

zwei Mädchen beim Workshop in der Kartause Mauerbach © Tributsch, BDA
Statue von Friedrich Schiller in St. Pölten am Tag des Denkmals 2018 © Alfred R. Benesch


Oberösterreich

Der Tag des Denkmals war in Oberösterreich ein großer Erfolg. Bei strahlend schönem Wetter waren mehr als 6.400 Besucherinnen und Besucher unterwegs zu 33 geöffneten Kulturdenkmälern. Spitzenreiter bei den BesucherInnenzahlen war die Rieglmühle in St. Thomas am Blasenstein (1350), auch in der Freistädter Altstadt waren zahlreiche Interessierte (1000). Den für die Durchführung verantwortlichen Veranstaltungspartnerinnen und -partnern sei herzlich gedankt.

Gruppenbild von einer Führung in St. Florian © BDA
Teilnehmer der Wanderung gehen in eine Kirche © BDA
Vbgm. Fritz Robeischl mit Tochter bei Auswertung bei Quiz © Anna Klinger, Museum Pregarten


Salzburg

Auch heuer wieder war der Tag des Denkmals ein großer Erfolg im Bundesland Salzburg! 5.100 BesucherInnen genossen bei strahlendem Herbstwetter die Schätze der Salzburger Kulturlandschaft.

Das Highlight der Veranstaltung war die Rainerkeusche, jene typische Lungauer Keusche, die nach ihrem Wiederaufbau im Freilichtmuseum in Großgmain am Tag des Denkmals erstmals der Öffentlichkeit zugänglich war. Aber auch die Wohnung in der General-Keyes-Straße erweckte ein großes öffentliches Interesse, ebenso wie das Bürgerhaus in der Altstadt. Besonders erfreulich war, dass auch das historische Archiv in Seeham einen regen Besucherstrom verzeichnete.

Neben den architektonischen Schätzen des Gasteinertales fanden auch die restaurierten „Stille-Nacht-Museen“ einen großen Anklang bei unserem Publikum.

Ein derartiger Erfolg kann aber nur erreicht werden, indem sich die DenkmaleigentümerInnen und unsere Partnerinstitutionen unentgeltlich engagieren, um das baukulturelle Erbe der Öffentlichkeit näher zu bringen. Das Team der Abteilung für Salzburg dankt Ihnen allen an dieser Stelle herzlichst!

Unsere BesucherInnen lade ich ein, uns auch im nächsten Jahr treu zu bleiben, wenn das Thema des Tages des Denkmals „Kaiser, Könige und Philosophen“ lautet!

mehrere Menschen bei der Führung durch das Bürgerhaus © Petra Laubenstein, BDA
mehrere Menschen bei der Führung durch den Mirabellgarten in Salzburg © Petra Laubenstein, BDA
Vorderansicht der Rainerkeusche in Großgmein © Petra Laubenstein, BDA

Steiermark

Schatzsuche erfolgreich beendet!   Strahlendes Wetter und strahlende Gesichter: So könnten wir den Tag des Denkmals in der Steiermark in wenigen Worten zusammenfassen. Das Interesse der Gäste war erfreulich groß.

Passend zum heurigen Kulturerbejahr haben sich in der Steiermark über 10.000 Interessierte auf die Denkmalreise aus einer Fülle an 35 Angeboten begeben: Das Programm war sehr abwechslungsreich, die Schwerpunktthemen haben viele neugierig gemacht und so war der Tag des Denkmals quer durchs Land ein voller Erfolg. Auch die „schwerere Kost“ der Thematisierung der Ereignisse der beiden Weltkriege fand besonders bei der jüngeren Generation großes Interesse, wie etwa im Stollen in Wagna oder beim Lagerkomplex in Feldbach. Wer von uns hat nicht als Kind zumindest einmal als Berufswunsch „Archäologin“ oder „Archäologe“ geäußert? Die Doppelburg in Friedberg konnte Hunderte davon begrüßen… Ganztagesfahrten im Bus, Ausflüge im Privat-PKW oder speziell geführte Stadtspaziergänge, immer wieder stöhnten manche „die Qual der Wahl“ zu haben und folgten mit der Broschüre in der Hand Ihren individuellen Highlights.

Die rege Beteiligung der Bevölkerung und das unmittelbare positive Feedback zeigen, wie wichtig es ist, Denkmale zu präsentieren, die unter neuen Blickwinkeln betrachtet werden oder sonst kaum zugänglich sind.

Viele ProgrammpartnerInnen teilen unser Anliegen seit Jahren und nehmen gerne daran teil, manch andere öffneten heuer erstmals ihre Objekte und teilten damit, dem Motto entsprechend, ihre Schätze.

Ein herzliches Danke allen, die die gezeigten Programmpunkte mit Leben erfüllten und durch Ihren Einsatz und Ihr Engagement ganz wesentlich zum Gelingen und zum Erfolg des Tag des Denkmals beigetragen haben.

Besucher bei Grazer Stadtführung © Wentner
Willi Gabalier führt durchs Schloss © emomil
Menschen in der Kirche © Strobl


Tirol

Knapp 5000 Besucherinnen und Besucher begaben sich heuer bei strahlender Herbstsonne auf die Schatzsuche zum heimischen Kulturerbe und nutzten das vielfältige Programmangebot am Tag des Denkmals.

Dank der großen Unterstützung und des Einsatzes unserer Programmpartner war es möglich, 18 denkmalgeschützte Objekte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und präsentieren zu können. Ihr wertvolles Engagement ist die Grundlage für den Erhalt unserer Denkmallandschaft.

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an die Tiroler Medien (ORF, Tiroler Tageszeitung, Osttiroler Bote sowie lokale Stadt- und Bezirksblätter), die den Tag des Denkmals professionell bewarben. Diese Unterstützung hat wesentlich zum guten Gelingen der Veranstaltung beigetragen, was neben dem zeitgleich stattfindenen Höhepunkt der UCI Straßenrad WM kein leichtes Unterfangen war.

Aufgrund dieser internationalen Sportveranstaltung musste der Stadt Innsbruck heuer großräumig ausgewichen werden. Kulturhistorische Schätze konnten daher im Wipptal (Europakapelle, ehemalige Burgkapelle Aufenstein und Burgruine Trautson), im Kaunertal (Ögghöfe), in Osttirol (Burg Heinfels), im Raum Imst (Gartenhaus in Stift Stams, Grabung Glasbergl, Mieming, Frühmesserhaus), im Raum Hall-Wattens (Friedhofskapelle, Münze und Stadtmuseum Hall in Tirol, Sammlungs und Forschungszentrum der Tiroler Landesmuseen, Römische Ausgrabung in Wattens), im Tiroler Unterland (Ruine Rottenburg, Stille Nacht im Schloss Fügen und historische Stadtführung und Augustinermuseum Rattenberg) und in Birgitz (Ausgrabung „Hohe Birga“) präsentiert werden.

Wir hoffen, dass die zahlreichen Besucherinnen und Besucher, die heuer am 20. Tag des Denkmals in Tirol die „Schätze“ mit uns teilten, ihr Interesse an unserem kulturellen Erbe und unserer Arbeit weiter tragen und uns im nächsten Jahr am letzten Sonntag im September wieder besuchen.

Gruppe der Führung beim Betretten der Burgkapelle Aufenstein © Richard Neumann
mehrere Menschen bei der Führung bei der Europakappelle © Richard Neumann
Blick auf das Gartenhaus von Stift Stams durch einen Rundbogen © Roman Patterer

Vorarlberg

„Der letzte Sonntag im September ist für uns ein Fixpunkt im Kalender!“ So lautete die Rückmeldung vieler Kulturinteressierter, die sich am Tag des Denkmals in Vorarlberg auf den Weg gemacht haben.

Unter dem Motto „Der Zukunft eine Vergangenheit geben“ konnten in Vorarlberg an diesem Tag die Emotionen und die Begeisterung für unsere reichen Kulturschätze in Form von Geschichten und in spannenden Spezialführungen geweckt werden.

Neben den Klassikern, wie Burgen und Kirchen präsentierten sich heuer auch relativ junge Denkmäler der 50er und 60er Jahre in Bregenz und Lustenau, deren Charme und Qualität manchen vielleicht erst auf den zweiten Blick auffällt. Ebenso konnten jüngst renovierte und umgenutzte altehrwürdige Mauern besichtigt werden – dabei hat so manche Besucherin und so mancher Besucher zu Recht gestaunt, was in einem Denkmal alles möglich ist. Alte Geschichten werden durch solche Umbauten entdeckt und neue Geschichte durch Umnutzungen weitergeschrieben.

An diesem Sonntag mit strahlend blauem Himmel waren heuer alle Städte des Landes vertreten: So zeigte Bludenz seine Vielfalt an Stadthäusern und Industrie, Feldkirch trumpfte mit seinen 800 Jahren in verschiedensten Bereichen durch spannende Führungen auf – auch zum Ensemble, welches seit über 20 Jahren unter Denkmalschutz steht. In Hohenems wurde die Innenstadt durch mehrere Führungen belebt. Nicht nur im jüdischen Viertel, auch das Rathaus und ein privater Garten konnten besichtigt werden.

In Dornbirn stieß die Stadtführung durch die Bahnhofstraße auf reges Interesse und die Spuren der Heimarbeit vom Stadtmuseum bis ins Kalb Haus wurden durch viele Interessierte aufgesucht. In der Landeshauptstadt Bregenz öffnete das ‚vorarlberg museum‘ extra für den Tag des Denkmals sein Depot und neben der Bilgerikaserne und einer Ausstellung im Bundesdenkmalamt konnten viele Interessierte die Gegend um das Weinschlösschen erkunden.

Aber auch in allen anderen Regionen Vorarlbergs vom Dorfplatz in Schwarzenberg bis ins Textilmuseum im Mittelweiherburg Schlössle in Hard, vom Silbertal über das Klostertal, den Walgau über Rankweil bis Bildstein haben sich Kulturinteressierte aller Altersgruppen von der Leidenschaft, die Denkmalpflege entfachen kann, anstecken lassen!

Ein so abwechslungsreiches Programm ist nur Dank zahlreicher begeisterter DenkmaleigentümerInnen, in öffentlichen Gebäuden engagierten MitarbeiterInnen, ArchitektInnen, RestauratorInnen, HandwerkerInnen und vielen ehrenamtlich Tätigen möglich!

Allen diesen für unser kulturelles Erbe so wichtigen Personen gebührt der größte Dank! Durch diese und die vielen BesucherInnen, die das Interesse weitertragen, kann der Zukunft eine Vergangenheit bzw. der Vergangenheit eine Zukunft gegeben werden!

mehrer Menschen bei der Führung in der ehemaligen Spinnerei Klarenbrunn in Bludenz © BDA
mehrere Menschen bei der Stadtführung durch Hohenhems © BDA
mehrere Menschen bei der Dorfkerführung in Schwarzenberg © Jürgen Staudacher

Wien

Der diesjährige Tag des Denkmals stand – besonders passend im europäischen Kulturerbejahr 2018 – unter dem Motto „Schätze teilen“. Bei wunderbarem, sonnigem Herbstwetter öffneten 55 dieser Schätze in Wien ihre Tore.

Das umfangreiche und breit gefächerte Programm, vom Waschsalon über Beethoven, Otto Wagner, Stadtbahnbögen, Tramways, Orgeln und großen Palais bis zur kleinen Wohnung, erfreute sich großen Zuspruchs.

Das erst kürzlich aus dem Dornröschenschlaf geweckte und heuer zum ersten Mal beim Tag des Denkmals teilnehmende ehemalige Etablissement Gschwandner lockte mit einem eigens für diesen Tag produzierten Film und erstmaligen Einblicken besonders viele Interessierte in die historischen Hallen dieses Kultur-Reaktors in der Geblergasse.

Studierende der TU Wien entwickelten speziell für den Tag des Denkmals spannende Führungen.

Die Secession informierte über die erst kürzlich abgeschlossene, umfangreiche Innen- und Außeninstandsetzung ihres weltberühmten Ausstellungsbaus. Als Highlight wurden die passend zum Jubiläumsjahr des Künstlers Koloman Moser rekonstruierten, nun wieder elegant an der Fassade der Secession tanzenden Kranzträgerinnen vorgestellt.

Die Irakische und Französische Botschaft ermöglichten seltene Einblicke. Spezialführungen, zum Beispiel der Österreichischen Nationalbibliothek, der Galerie Belvedere und im Palais Niederösterreich, boten eine breite Palette an tollen Bauten und Themen an.

Nicht nur die Prunkräume im Bundesdenkmalamt in der Wiener Hofburg stießen auf großes Interesse, sondern auch der dort vorgestellte Wiener Dachkataster mit seinen spannenden, neuen Erkenntnissen zu Wiens Dächern.

Besonders viele Besucherinnen und Besucher lockte heuer auch der Art & Style Store, früher ein Boulevard-Theater, in der Annagasse an.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den vielen Besucherinnen und Besuchern für das große Interesse an der heurigen Veranstaltung sowie bei allen Projektpartnerinnen und Projektpartnern für das große Engagement und freuen uns bereits auf den nächsten Tag des Denkmals am 29. 09. 2019!

mehrere Menschen lauschen einem Vortrag © BDA
Blick auf die Führung im Palais Fürstenberg © BDA
Blick auf die Führung durch das Salvatorianerkolleg © BDA

Tag der offenen Tür in der BDA-Zentrale

Am Tag der offenen Tür gab es auch wieder die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen des Bundesdenkmalamtes zu werfen und mehr über dessen Arbeit und Aufgabenbereiche zu erfahren: Die BDA-Zentrale in der Wiener Hofburg stellt ihre Abteilungen für Wien, für Konservierung und Restaurierung, für Archäologie, für Architektur und Bautechnik sowie für Bewegliche Denkmale – Internationaler Kulturgütertransfer vor. Der 250. Geburtstag von Kaiser Franz II./I. war Anlass, erstmals sein im Original erhaltenes Arbeitszimmer im Schweizertrakt der Wiener Hofburg für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Über 2.000 Interessierte nutzten die Gelegenheit.

Auch in Bregenz, Graz und Salzburg führten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jeweiligen Abteilungen exklusiv durch ihre Amtsräume in geschichtsträchtigen Gebäuden. In der Kartause Mauerbach in Niederösterreich konnten historische Handwerkstechniken wie Kalkbrennen, Ziegelschlagen, Pigmentherstellen, Steinmetzarbeiten und vieles mehr selbst ausprobiert werden. Zudem vermittelte die Sonderschau „Parkett“ alles Wissenswerte zu historischen Holzböden.

BDA, Archäologiestand © Andrea Böhm, BDA
BDA, Architekturstand © Bettina Neubauer-Pregl, BDA
BDA, Ausfuhrstand © Andrea Böhm, BDA
BDA, Arbeitszimmer © Andrea Böhm, BDA
BDA, Ahnensaal © Bettina Neubauer-Pregl, BDA
BDA, Sterbezimmer © Andrea Böhm, BDA
BDA, Wikipedia Infostand © Andrea Böhm, BDA
BDA, Hofburg DKT © Andrea Böhm, BDA
BDA, Fotoausstellung © Andrea Böhm, BDA