Presseinformation

Nachbericht zum Tag des Denkmals 2021

Bildmaterial zu ausgewählten Programmpunkten

Dominikanerkirche Wien © Hedi Breit

Dominikanerkirche Wien - Einblicke in die Baustelle der Ordenskirche

Die ab 1631 errichtete Kloster- und Pfarrkirche, Basilika Santa Maria Rotunda, zählt zu den bedeutendsten frühbarocken Kirchen Wiens. Die derzeit laufende Gesamtrestaurierung des Kircheninnenraums basiert auf umfassenden Untersuchungen und erfolgt in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt, der Erzdiözese Wien und dem Dominikanerorden, der hier seit fast 800 Jahren im südlich angrenzenden Kloster ansässig ist.

Im Rahmen von Führungen am Tag des Denkmals konnten Besucher:innen Details über die Bau- und Restauriergeschichte sowie über Ausstattungsdetails und das theologische Programm der Dominikanerkirche erfahren und Einblicke in aktuelle Restaurierungsarbeiten und die praktische Denkmalpflege erhalten. Abgerundet wurde das Programm mit einem Publikumsgespräch zum Thema „Das Licht aufnehmen - Die Dominikanerkirche, ein Denkmal und Gotteshaus“ mit Pater Günter Reizi OP, Prior des Dominikanerklosters in Wien und Manuela Legen-Preissl, Bundesdenkmalamt. Moderation: Elena Holzhausen, Diözesankonservatorin der Erzdiözese Wien.

Französische Botschaft © Bettina Neubauer-Pregl

Französiche Botschaft in Wien - Gebäude im französischen Art-Nouveau Stil mit seinen Festsälen und Kunstwerken

In der Aufbruchsstimmung des beginnenden 20. Jahrhunderts beschloss die Republik Frankreich in der Kaisermetropole Wien ein Botschaftsgebäude zu errichten. Es sollte ein architektonisches Schmuckstück und ein Manifest der Moderne werden, weshalb man den Stil Art Nouveau wählte, der sich in Frankreich zeitgleich zum Wiener Jugendstil entwickelt hat.

Die französische Botschaft ist nicht nur ein Ort der architektonischen Schönheit, sondern wird auch tagtäglich von unseren Mitarbeiter:innen als Arbeitsplatz genutzt. Am Tag des Denkmals konnten Besucher:innen unter deren Anleitung etdecken, wie der Botschaftsbetrieb und das Dasein als Denkmal Hand in Hand gehen. Ein denkmalgeschütztes Gebäude muss keine leere Hülle sein, sondern kann sich ganz im Sinne der Nachhaltigkeit weiterentwickeln.

Tribünen im Viertel Zwei © Bettina Neubauer-Pregl

Tribünen im Viertel Zwei in Wien Leopoldstadt - Vom Rennsportzentrum zu innovativen Arbeitslandschaften

Zwischen 1911 und 1913 wurden entlang der Trabrennbahn in der Krieau drei Tribünen nach den Plänen der Architekten und Otto Wagner-Schüler Emil Hoppe, Marcel Kammerer und Otto Schönthal errichtet. Die eleganten Stahlbetonbauten zählen nicht nur zu den frühesten Konstruktionen ihrer Art, sondern faszinieren auch mit zahlreichen dekorativen Details, die den funktionalen Gebäuden zugleich ein ästhetisch anspruchsvolles Erscheinungsbild verleihen.

Nach jahrelangem Leerstand von zwei der Tribünen wurde kürzlich ihre aufwändige Restaurierung und der architektonisch und technisch anspruchsvolle Umbau zu einem modernen Büro abgeschlossen. Gemeinsam mit einem verbindenden Neubau werden diese Ikonen der Moderne künftig als innovative Arbeitswelten dienen, sodass ihre nachhaltige Nutzung unter Erhaltung ihres kulturhistorischen Wertes für die Zukunft gesichert ist.

Am Tag des Denkmals erhielten Besucher:innen im Rahmen von Führungen durch Architekt Martin Kohlbauer (Planender Architekt), Architektin Heide Schicht (Projektmanagerin value one) und Irene Humenberger (Bundesdenkmalamt) Einblicke in dieses außergewöhnliche Projekt und die praktische Denkmalpflege.

Erzbischöfliches Schloss Ober St. Veit © Bettina Neubauer-Pregl

Erzbischöfliches Schloss Ober St. Veit - Barockes Weltwissen und Exotik nach der „St. Veit Art“

Im Nordtrakt des Erzbischöflichen Schlosses befindet sich ein Raumkompartiment mit exotischen Wand- und Deckenmalereien aus dem Spätbarock, das einer interessierten Öffentlichkeit bis dato kaum zugänglich war: 1762/63 schuf hier der später zu Berühmtheit gelangte Maler Johann Baptist Wenzel Bergl für Kaiserin Maria Theresia erstmals eine großflächige Raumausstattung in Form exotischer Illusionsmalerei. Die damals bekannten vier Erdteile wurden durch fremdländische Pflanzen und Tiere und durch zahlreiche Schätze aus der Natur dargestellt. Das Ergebnis beeindruckte die Kaiserin so sehr, dass sie Bergl in Folge für weitere künstlerische Tätigkeit am Kaiserhof verpflichtete. Nicht nur Räume in der Hofburg und im Schloss Schönbrunn, auch der Gartenpavillon des Stiftes Melk wurden in Folge von Bergl „nach der St. Veit Art“ ausgestattet.

Derzeit findet eine umfassende Konservierung und Restaurierung der Wandmalereien statt. Das Ergebnis konnte am Tag des DEnkmals in einem der Räume bereits erlebt werden.

Stadttheater Grein © Irene Hofer

Altes Rathaus / Historisches Stadttheater in Grein, Oberösterreich

Das Historische Stadttheater Grein (1791), als ältestes Bürgertheater im deutschsprachigen Raum auch Teil der Europastraße der Historischen Theater, gilt als ein Juwel. Im Oktober 2020 wurde in Abstimmung mit dem Land Oberösterreich und dem Bundesdenkmalamt mit der Generalsanierung begonnen. Im Fokus standen dabei die behutsame Restaurierung des historischen Theatersaals, die Barrierefreiheit mit eingeschlossen, und nicht zuletzt ein Dachgeschossausbau für die bessere Nutzung des Stadttheaters bzw. des Alten Rathauses.

Am Tag des Denkmals konnten Besucher:innen Details zu den umfangreichen Restaurierungs-, Sanierungs- und Adaptierungsarbeiten erfahren. Im Zuge einer Führung in Anwesenheit der Landeskonservatorin Ing. Mag. Petra Weiss gemeinsam mit der zuständigen Referentin, Dr. Imma Walderdorff (Abteilung für Oberösterreich des Bundesdenkmalamtes) und den Restauratoren Mag. Christian Woller und Mag. Johannes Duda, sowie Vertreter:innen der Stadtgemeinde Grein, gewannen die Besucherinnen und Besucher einen Einblick in die laufenden Restaurierungsarbeiten.

Kartause Mauerbach © Bettina Neubauer-Pregl

Kartause Mauerbach in Niederösterreich -  Handwerk, Nachhaltigkeit und Religion im Informations- und Weiterbildungszentrum Baudenkmalpflege des Bundesdenkmalamtes

Traditionelle Handwerkstechniken sind ein lebendiges Erbe, das zur Erhaltung und nachhaltigen Instandsetzung unserer Denkmale unerlässlich ist. Das Informations- und Weiterbildungszentrum Baudenkmalpflege des Bundesdenkmalamtes in der Kartause Mauerbach hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Wissen zu erforschen und wieder weiterzugeben: Kalkbrennen und traditionelle Handwerkstechniken wie Ziegelschlagen, Schmieden, Anreiben und Ausführen von Leinölfarben, Herstellung von Pigmenten, Stuckmarmor, Steinmetztechniken, Fensterrestaurierung, Strohdachdeckung, Leimbautechniken, Fachberatung und vieles mehr konnten am Tag des Denkmals face to face erlebt werden und regten zum Mitmachen an.

Weiters gab es Führungen zum Thema „Einsamkeit und Schweigen der Kartäusermönche" bei denen die Besucher:innen bei einem Rundgang durch das Kloster mehr über die strengen Ordensregeln, das Schweigegebot und die Fastenregeln der Kartäusermönche, die von 1314 bis 1782 in der Kartause Mauerbach lebten, erfahren konnten.

Am Sonntag Vormittag fand eine Feldmesse der Pfarren Mauerbach und Steinbach im Kreuzgarten der Kartause und die offizielle Eröffnung des Tag des Denkmals durch Dr. Christoph Bazil, Präsident des Bundesdenkmalamtes, sowie die Finissage der Ausstellung „Alfred Schmeller – Pionier, Bewahrer, Visionär" statt.

Gozzoburg in Krems © Irene Hofer

Die Gozzoburg in Krems und das Bundesdenkmalamt Niederösterreich

Die hohe Dichte an Denkmalen in Niederösterreich bedeutet für das Land Niederösterreich ein großes kulturelles Erbe, das es zu schützen, pflegen und erforschen gilt. Viel zu tun also für die Denkmalpfleger:innen, die am 26. September die Türen in der Gozzoburg öffneten.

Präsentiert wurden das prächtige Stadthaus des Gozzo, ein frühgotisches Profangebäude, der Wappensaal und die Katharinenkapelle. Die Restaurierung der Katharinenkapelle wurde kürzlich fertiggestellt. Die dabei aufgedeckten Wandmalereien zählen zu den bedeutendsten gotischen Malereien Mitteleuropas. Die biblischen Darstellungen und Szenen aus dem Leben der Heiligen Johannes und Katharina sind um 1270 entstanden und bereichern die wertvolle Ausstattung der Kapelle. Die Besonderheiten der Gozzoburg als Open House, Vorträge sowie eine Kinderrätsel-Rallye konnten Interesse für den Denkmalschutz wecken.

Schloss Hollenburg in Krems © Irene Hofer

Schloss Hollenburg in Krems, Niederösterreich - Der adaptierte Heuboden

Die Gebäudegruppe der 1820-23 errichteten Schlossanlage erstreckt sich zu beiden Seiten der Straße und stellt ein bemerkenswertes Ensemble früher biedermeierlicher Architektur dar, die im Umkreis Joseph Kornhäusels entstanden sein könnte. Sie besteht aus dem Biedermeierschloss, mehreren Wohn- und Wirtschaftsgebäuden und einem weitläufigen Park.

Der Hausherr Rudolf Geymüller führte am Tag des Denkmals persönlich durch das Schloss und die zeitgenössisch adaptierten Wirtschaftsgebäude. Weiters war die Kunstausstellung mit den Bildern der Nitsch Schülerin Dr. Elisabeth von Geymüller - die leider am 18.3.2021 verstorben ist - zu besichtigen.

Zusätzliches Bildmaterial auf Anfrage

Pressekontakt:

Hedi Breit

breit@ideal.co.at

Pressinformation zum Tag des Denkmals 2021

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