Tag des Denkmals 2019

Burgenland

In ganz Burgenland nutzten zahlreiche BesucherInnen die Möglichkeit, dem heurigen Motto nachzuspüren.

An 22 Orten – von Bruckneudorf mit der Bunkeranlage Ungerberg bis in das idyllische südburgenländische Künstlerdorf Neumarkt an der Raab – wurde dank des großen Einsatzes von Privatpersonen, Gemeinden und Vereinen über 2000 Interessierten ein vielfältiges Programm geboten.

Dem Motto gemäß öffneten Burgen und Adelssitze ihre Pforten, um ihre häufig im Verborgenen blühenden Schätze öffentlich zu präsentieren, etwa Burg Bernstein mit dem herrlichen Festsaal, die Freunde des Schlosspark von Eisenstadt und die Privatstiftung Esterházy öffentliche und private Bereiche der Parkanlage des 19. Jahrhunderts in Eisenstadt, die Burg von Bratislava mit ihren Prunkräumen, das Zarkay’sche Freihaus von Stadtschlaining und der Edelhof Forchtenau. The Pit, die „Grube“, das Land-Art-Projekt von Peter Noever wurde vom Publikum regelrecht gestürmt – ebenso das Ungarische Landesdenkmalamt in Sopron. Großen Anklang fand die barocke Magdalenenkapelle, wo ein „Work in progress“ vorgestellt wurde. In die Welt der Restaurierung wurden Interessierte auch in der Oswaldikapelle in Neckenmarkt, in der Wallfahrtskirche von Dürnbach und in der Gnadenkapelle in Loretto entführt. Das prächtige Herbstwetter konnte bei einem Rundgang zu den Bildstöcken von St. Georgen oder mit einem Spaziergang durch Stadtschlaining angemessen genutzt werden, wo Keramikateliers Neugierigen aktuelle künstlerische Positionen präsentierten. Die milde Witterung lockte auch ins Freilichtmuseum in Gerersdorf bei Güssing, das im vergangenen Jahr zu Recht zum „schönsten Platz“ des Burgenlandes gekürt wurde. Technisch Interessierte kamen im Landtechnikmuseum in St. Michael auf ihre Kosten. Gewohnt informativ war der Vortrag des Archäologen Mag. Franz Sauer zu den burgenländischen Kirchen des 9. Jahrhunderts – heuer in Güssing, Aschau und Oberschützen.

Ein herzliches Dankeschön den vielen Personen, die zum Gelingen des Tages des Denkmals im Burgenland beigetragen haben!

Menschen in der Magdalenenkapelle in Eisenstadt © BDA
Menschen Im Schlosspark in Eistenstadt © BDA
Menschen vor dem Leopoldinentempel im Schlosspark Eisenstadt © BDA

Kärnten

Mehrere tausend Menschen nutzten den diesjährigen spätsommerlichen Tag des Denkmals zum Besuch der insgesamt sechzehn angebotenen Veranstaltungen in Kärnten!

In Ebenthal luden Dechant Kanonikus Dr. Peter Allmaier und Provisor Msgr. Kons. Rat Dr. Anton Granitzer anlässlich der abgeschlossenen Innenrestaurierung zum Festgottesdienst. Viele GottesdienstbesucherInnen ließen sich anschließend vom ehemaligen Diözesankonservator Dr. Eduard Mahlknecht über den Kirchenbau und die jetzt wieder sichtbare prächtige malerische Ausstattung des Künstlers Gregor Lederwasch IV. informieren.

In der Mittelalterstadt Friesach heftete sich der langjährige Leiter des Kärntner Landesarchivs, Dr. Wilhelm Wadl, begleitet von zahlreich erschienenen historisch Interessierten, auf die Spuren König Richards und Kaiser Maximilians: Der König von England hatte sich bekanntlich mit Herzog Leopold V. überworfen und soll auf der Heimkehr in Friesach erkannt worden sein. Als Richard starb, wurde in Friesach gerade die erste Stadtmauer errichtet. Zur Zeit Maximilians erlebte Friesach dann durch den Edelmetallbergbau eine Nachblüte, wovon bis heute erhaltene Bauten, wie der Metnitztalerhof, Zeugnis ablegen.

Constantin Staus-Rausch, Eigentümer von Schloss Grades, beteiligte sich heuer zum zweiten Mal am Tag des Denkmals und lenkte den Blick - bezogen auf das diesjährige Kaiserjubiläum - auf jene Gurker Bischöfe, die zur Zeit Maximilians wirkten: Matthäus Lang von Wellenburg und Hieronymus Balbi: Es war Lang, der die Doppelhochzeit der Enkel nach Böhmen und Ungarn vorbereitete. Unterrichtet wurden die beiden dabei verheirateten Kinder des ungarischen Königs von dem aus Venedig stammenden Hieronymus Balbi, der Ende des 15. Jhs. von Maximilian an die Universität für Wien berufen worden war.

Obwohl die Stadt Klagenfurt bereits im Vorjahr die Schenkung der Stadt Klagenfurt durch Kaiser Maximilian an die Landstände ausführlich gefeiert hatte, legte Archivar Joachim Eichert den Schwerpunkt seines Stadtspazierganges auf jene Klagenfurter Adels- und Bürgerfamilien, die am Stadtausbau mitgewirkt haben. Ausgehend vom Palais Goess als Sitz der Abteilung für Kärnten wandelten BesucherInnen in der mittelalterlichen und in der frühneuzeitlichen Stadt auf den Spuren der Landstände und konnten ihrer Stadt bisher unbekannte Bau- und Besitzergeschichte(n) abgewinnen!

Dr. Robert Kluger, Mitarbeiter des Diözesanarchivs, legte den Schwerpunkt seiner diesjährigen Führung durch die Residenz auf Franz Xaver Altgraf von Salm, den ersten in Klagenfurt residierenden Bischof, dessen redendes Wappen mit den Salm-Fischen am schmiedeeisernen Tor der Residenz prangt: Gekrönte und prominente Persönlichkeiten in der Residenz, darunter auch der Vizekönig von Italien Eugene Napoleon (Stiefsohn Napoleons) oder Erzherzog Johann, der als Generalgeniedirektor für das Festungswesen der Monarchie verantwortlich war, kamen ebenso zur Sprache, wie die Bauherrin Erzherzogin Marianna.

Auch die Schätze des Elisabethinenkonvents aus den Beständen der Erzherzogin Marianna wurden wegen des großen Interesses bereits zum wiederholten Mal am Tag des Denkmals präsentiert: BesucherInnen interessierten sich vor allem für die Apotheke der Erzherzogin Marianna, ein Geschenk ihrer Schwester Maria Karolina, wie auch für die Prunkkleider und die Bildnissammlung der Erzherzogin, die mit dreiundvierzig habsburgischen Kinderporträts Aufschluss darüber gibt, in welcher Art Kindheit und Familie im 18. Jh. höfisch präsentiert wurden.

Das Künstlerhaus gilt zu Recht als einer der schönsten spätsecessionistischen Bauten Kärntens. Als Finanzier des Baus wird u. a. Ludwig Wittgenstein angeführt: Bei der Vorbereitung ihrer Themenführung zum diesjährigen Tag des Denkmals musste Mag.a Gabriele Russwurm-Biró jedoch feststellen, dass auf der Stiftertafel im Foyer des 1914 fertig gestellten Künstlerhauses nicht - wie bisher allgemein angenommen - der heuer gefeierte Philosoph, sondern dessen gleichnamiger Onkel angeführt ist! Dem Interesse des Publikums am Architekten Franz Baumgartner und dem von ihm geplanten Ausstellungshaus tat dies natürlich keinen Abbruch!

Als langjähriger Kooperationspartner des Bundesdenkmalamtes lud das Landesmuseum heuer gleich zu zwei Veranstaltungen für Familien: Im Wappensaal des Landhauses zu Klagenfurt, wo auf einem Gemälde des Barockkünstlers Josef Ferdinand Fromiller die Schenkung Maximilians an die Stadt Klagenfurt verewigt ist, durften sich Kinder ihren Kaiser gemeinsam mit Kunstvermittlerin Mag.a Isabella Holzer selbst ausmalen! In Virunum, wo das aus trajanischer Zeit stammende und in späteren Jahrhunderten mehrfach veränderte Amphitheater von Dr. Roland Bäck kindergerecht erklärt wurde, bildete der anschließende Gladiatorenkampf den spannendenden Höhepunkt für die gut vertretenen jüngeren Denkmal-BesucherInnen!

Bevor 2015 ein Museumsneubau errichtet wurde, wurden in Molzbichl archäologische Grabungen durchgeführt: Der damals getätigte Sensationsfund, ein gepfählter Karantane, wurde heuer in einer neuen, spektakulären Inszenierung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Historiker Dr. Kurt Karpf und der Bamberger Archäologe Claus Vetterling MA erläuterten vielen Archäologiebegeisterten die Geschichte des ältesten Klosters Kärntens und die Innenausstattung der ehemaligen Klosterkirche, darunter zahlreiche Werksteine aus Marmor mit so genanntem Flechtwerkdekor. Anschließend waren alle BesucherInnen auf eine Verkostung des aus Bamberg mitgebrachten Bieres eingeladen!

Auch Obervellach stand am Tag des Denkmals natürlich ganz im Zeichen Maximilians: Apollonia Lang von Wellenburg war Hofdame am Hofe Maximilians und ist am berühmten Flügelaltar der Pfarrkirche aus der Hand des niederländischen Malers Jan van Scorel dargestellt. Der am Tag des Denkmals veranstaltete Kulturspaziergang führte aber nicht nur durch die Kirche. Im 2010/11 restaurierten Oberstbergmeisteramt in Obervellach würdigten Hauseigentümer Wolfgang Rotomer und Kunsthistoriker Dr. Wilhelm Deuer Maximilians Verdienste um eine Bergordnung für das Bergwesen und erläuterten der interessierten Öffentlichkeit originale Baudetails des im Kern auf das 13. Jahrhundert zurückgehenden Denkmals!

Bei einer Sonderführung des Ossiacher Stiftspfarrers Dechant Mag. Erich Aichholzer stand das angebliche Grab des Polenkönigs Boleslaus im Mittelpunkt: Nach der Ermordung des Krakauer Bischofs vom Papst verbannt, soll der König aus der Herrscherdynastie der Piasten bis zu seinem Tod unerkannt in Ossiach gelebt haben. Neben der Legende vom „stummen Büßer von Ossiach“ stießen auch die Kirchen- und Klosterschätze, insbesondere Malereien und Stuck der barock geprägten ehemaligen Kloster- und heutigen Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt auf reges Interesse der VeranstaltungsteilnehmerInnen.

Im Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal erläuterte Dechant Pater Dr. Gerfried Sitar das Konzept der diesjährigen Sonderausstellung „Kaiser Maximilian I. - Mit dem letzten Ritter in eine neue Zeit. Im Rahmen seiner Sonderführung wurden auch die umfangreichen Kunstsammlungen des „Schatzhauses Kärnten“ mit Gemälden, Textilien, Grafiken, einer Kunst- und Wunderkammer und vor allem einer der bedeutendsten Handschriften- und Büchersammlungen Österreichs vor den Vorhang geholt.

Thematischer Anknüpfungspunkt für den Veranstaltungspunkt in Taggenbrunn war der einstige Bauherr der heutigen Burgruine, Leonhard von Keutschach, der - an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit wirkend - als einflussreicher Geldgeber Maximilians mit zahlreichen Bauprojekten in die Kärntner Geschichte einging. Rund 2500 BesucherInnen ließen sich am diesjährigen Tag des Denkmals nicht die einmalige Gelegenheit entgehen, sich vom umfassenden Revitalisierungsprojekt des heutigen Eigentümers Alfred Riedl selbst ein Bild zu machen: Der Bauherr erläuterte seine ehrgeizigen Nutzungsvisionen, Abteilungsleiter Mag. Gorazd Živkovič gab Auskunft zu denkmalpflegerisch relevanten Frage- und Problemstellungen.

In Villach wurde heuer ein Spaziergang auf den Spuren des Naturphilosophen Paracelsus und weiterer humanistischer Villacher Ärzte angeboten, an dem auch etliche namhafte Kärntner ÄrztInnen teilnahmen: Paracelsus, dessen Vater über dreißig Jahre lang in Villach gelebt hatte, hat sein „Vaterland“ auch später mehrfach besucht. Villachs Beziehungen zu Paracelsus wurzeln im 19. Jahrhundert, wovon bis heute eine 1953 ins Leben gerufene Paracelsus-Ehrung, mehrere Häuser- und Straßenbezeichnungen und nicht zuletzt ein Paracelsus-Tee und ein jüngst unter Beigabe von Blattgold kreierter „Paracelsusgeist“ zeugen, der am Tag des Denkmals gemeinsam mit Fremdenführerin Lisbeth Stampfer und Apothekerin Gabriele Kampitsch verkostet werden durfte!

Auch heuer wieder ließen sich zahlreiche WandererInnen die eindrucksvollen Forschungs- und Restaurierungsergebnisse auf der im Kern romanischen Burgruine Aichelberg von Archäologin Dr. Astrid Steinegger, Ruineneigentümer Mag. Markus Orsini-Rosenberg und Bürgermeister Franz Zwölbar erläutern. Im vierten Jahr der etappenweisen Konservierung konnte bereits die gesamte Anlage von der Vorburg über den Torturm bis zur Hochburg begangen werden. Neben spektakulären Funden - Werksteinfragmenten, Kacheln, Stiegenanlagen und Backöfen - wurde das Nutzungskonzept erläutert, das von der denkmalversierten Eigentümerfamilie sensibel auf eine Beibehaltung der Ruinenerzählung abgestimmt wurde!

Der Erfolg des diesjährigen Denkmaltages ist unseren VeranstaltungspartnerInnen, ReferentInnen und DenkmaleigentümerInnen geschuldet, bei denen wir uns herzlich bedanken!

Menschen bei Führung in Klagenfurt © BDA
Menschen in Virunum in Kärnten © BDA
Blick auf Burgruine Taggenbrunn © BDA

Niederösterreich

Der diesjährige Tag des Denkmals am 29. September 2019 fand mit über 40 Programmpunkten in Niederösterreich regen Anklang bei seinen Besuchern. Unter dem Motto „Kaiser, Könige und Philosophen“ wurde bei freiem Eintritt das kulturelle Erbe des Landes präsentiert.

Quer durch alle Altersgruppen, von Jung bis Alt, wurden bei spätsommerlichen Temperaturen Burgen, Schlösser und Kirchen erkundet. Spezielle Führungen und Museumsbesuche ermöglichten Einblicke in unser kulturelles Erbe.

Der ehemalige Hager’sche Freihof in Allentsteig lud Interessierte zu zwei Vorträgen über Sigismund Hager II und den damals vorherrschenden Protestantismus im Waldviertel. Angenehmer Nebenaspekt war hier das speziell für den Tag des Denkmals gebraute Bier der hauseigenen Brauerei, welches im romantischen Innenhof des Traditionshauses genossen werden konnte.

In Laxenburg hatten die Besucher sogar die Möglichkeit, gleich drei Veranstaltungsorte zu erkunden. Das Franzensburger Ritterbad, Schloss Laxenburg mit dem Blauen Hof sowie der Speisesaal des Schlosses samt Schlosstheater waren exklusiv, nur am Tag des Denkmals, geöffnet.

Sowohl Kirche als auch die Gemeinde luden in St. Pölten, um den Dom samt Bistumsgebäude und die Kaiserstuckdecke im Rathaus zu präsentieren. Selbst Hand anlegen konnten Interessierte in der Kartause Mauerbach beim Kalkbrennen, Steinmetzarbeiten, Ziegelschlagen und vielem mehr.

Der nächste Tag des Denkmals findet am 27. September 2020 statt – wir würden uns freuen, Sie auch nächstes Jahr wieder begrüßen zu dürfen!

Menschen bei einer Führung in Thunai am Kamp © BDA

Oberösterreich

Ein Besucherrekord zum 25. Geburtstag: Mit 6.656 Gästen besuchten am 29. September so viele Menschen wie noch nie den Tag des Denkmals in Oberösterreich. Unter den Themen „Kaiser, Könige und Philosophen“ und „100 Jahre Frauenwahlrecht in Österreich“ verteilte sich der Ansturm auf 42 verschiedene Programmpunkte im gesamten Bundesland.

Zur Auftaktveranstaltung wurde in die Linzer Tabakfabrik geladen: Trotz der laufenden Nationalratswahl ließ es sich Herr Bürgermeister Klaus Luger nicht nehmen, gemeinsam mit Dr. Heinz Schödl, dem Verwaltungsdirektor des Bundesdenkmalamtes, und Chris Müller, dem Leiter der Linzer Tabakfabrik, die Eröffnung vorzunehmen. Der bekannte Kultursoziologe Dr. Roland Girtler hielt einen inspirierenden Vortrag zum 100-jährigen Jubiläum des Frauenwahlrechts. Anschließend führte die Leiterin des BDA in Oberösterreich, Ing. Mag. Petra Weiss, gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin DI Brigitte Kumpfmiller und den Guides der Tabakfabrik durch das prominente Baudenkmal. Für das Bundesdenkmalamt war auch der stellvertretende Leiter der Abteilung Oberösterreich und Koordinator des Denkmaltages, Mag. Klaus Kohout, bei Veranstaltungen in Linz und Lambach im Einsatz und stand für Fragen zur Verfügung. Regelrecht gestürmt wurde die Burg Altpernstein in Micheldorf, wo Frau DI Mag. Eva Lettl das Restaurierungsprojekt erläuterte.

Aber auch bei den Programmpunkten in Freistadt (umfangreiches Besichtigungsprogramm in der Altstadt), Steyr (Innerbergerstadel und Bummerlhaus), Wels (Burg Wels), Gramastetten (Pfarrkirche) oder in Waldburg (Wanderung) wurde ein reger Zulauf verzeichnet.

Der große Erfolg des Denkmaltages ist in erster Linie den zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in ganz Oberösterreich zu verdanken, die für die Organisation der Besichtigungen an Ort und Stelle zuständig sind. Erst durch ihr Engagement ist es möglich, ausgewählte Kulturschätze des Landes einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ihnen gebührt – ebenso wie den mitverantwortlichen Organisatorinnen und Organisatoren in der Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege in Oberösterreich, der oberösterreichischen Landeskulturdirektion und der Diözese Linz – großer Dank!

Im kommenden Jahr 2020 wird der Tag des Denkmals am 27. September stattfinden. Wir hoffen, Sie sind beim nächsten Rekord dabei.

Kinder im Museum Pregarten in Oberösterreich © Reinhold Klinger
Vergnügtes Kind im Museum Pregarten in Oberösterreich © Reinhold Klinger
Kinder haben Spaß im Museum Pregarten in Oberösterreich © Reinhold Klinger

Salzburg

Auch in diesem Jahr war der Tag des Denkmals in Salzburg wieder ein voller Erfolg! Bei wunderschönem Herbstwetter genossen die 4.056 BesucherInnen das kontrastreiche Programm unter dem Motto „Kaiser, Könige und Philosophen – 100 Jahre Frauenwahlrecht“.

Besonders groß war der Andrang in der ehemaligen Rainerkaserne, wo nach der kürzlich erfolgten Generalsanierung die denkmalgeschützte einstige Offiziersmesse und das Mannschaftsgebäud erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Aber auch die Klosterbibliothek der Franziskaner, die durch ihren umfangreichen Bestand aus 12 Jahrhunderten sowohl zu Kaisern, Königen, Philosophen wie auch zu den Frauen Interessantes zu bieten hatte, war ein echtes Highlight. Im Salzburger Land erfreute sich die Filialkirche der Hll. Primus und Felizian am Buchberg, einem besonderen sakralen Kleinod in Bischofshofen besonderer Beliebtheit.

Neben den herrschaftlichen Bauten, Burgen und Schlössern fand das Bergbau- und Gotikmuseum in Leogang mit seinen neuen Räumlichkeiten im Thurnhaus besonderen Anklang.

Voraussetzung für den Erfolg des Tages des Denkmals ist jedoch immer das große persönliche Engagement der DenkmaleigentümerInnen und Partnerinstitutionen, die unermüdet und unentgeltlich ihren Beitrag leisten, um das baukulturelle Erbe einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen.

Ihnen allen hiermit: „Herzlichen Dank!“ vom Team der Abteilung für Salzburg. Unser Dank gilt auch den vielen BesucherInnen, die wir einladen, uns auch im nächsten Jahr treu zu bleiben, wo der Tag des Denkmals sicher wieder viel Interessantes zu bieten hat.

Menschen blicken im Franziskanerkloster in Buch © BDA, Foto: Petra Laubenstein
Menschen bei einer Führung beim Nonntaler Tor in Salzburg © BDA, Foto: Petra Laubenstein
Wandteppich im Kavalierhaus Klessheim in Wals-Siezenheim © BDA, Foto: Petra Laubenstein

Steiermark

Weniger Programmpunkte als im Vorjahr und trotzdem mehr BesucherInnen! Der Tag des Denkmals wird immer besser angenommen und hat sich in der Steiermark mittlerweile gut etabliert. Mit ein Grund dafür ist das breit gefasste Angebot, eine Art Fest für die Denkmalpflege.

Objekte und Projekte, die sonst nicht frei zugänglich sind oder über die man nur schwer Informationen findet, waren der „Renner“. Das ehemalige Mustergut Hornegg nahm exklusiv am Tag des Denkmals seinen Lehrbetrieb wieder auf, über 1.200 Wissensdurstige erprobten sich unter anderem am Verputzen. Die Buchrestauratoren Sixl in Haselsdorfberg standen oft sehr individuell gestalteten Fragen Rede und Antwort. Vielfältig war auch das Angebot in Maria Lebing in Hartberg: Baustellenführungen, Dachstuhlführungen sowie die Einblicke in die Arbeit eines Restaurators rundeten das Programm ab. Zufriedene Gesichter gab es ebenfalls in Feldbach, Fürstenfeld, Anger und Bruck/Mur. Welches Denkmal kann von sich behaupten, dass sein Architekt noch lebt? Im Studierendenwohnheim in Graz war dieser vor Ort, gelebte oral history.

Bei Kaiserwetter erwiesen Neumarkt in der Steiermark, Schloss Hanfelden und Graz Kaiser Maximilian die Ehre. Frei interpretiert huldigte man dem König Fußball in der Grazer „Gruabn“, wo zahlreiche Fußballfans für den Denkmaltag begeistert werden konnten, auch für das Denkmalamt eine neue Erfahrung.

Ein insgesamt bunter, vielfältiger Mix, um einerseits vertiefende Einblicke in die sehr lebendige Arbeitswelt der steirischen Denkmalpflege zu erhalten oder einfach einen erlebnisreichen Sonntag zu verbringen, der nachhaltig in Erinnerung bleibt. Immer wieder erfreut über die engagierten Denkmaleigentümerinnen und die zahlreichen regionalen Partnerinnen sagen wir ein herzliches Dankeschön.

Tag des Denkmals im Gut Hornegg © Gut Hornegg
Tag des Denkmals in der Gruabn © Martin Behr
Menschen bei Führung im Schloss Hainfeld in Feldbach © BDA

Tirol

Unter dem Motto „Kaiser, Könige und Philosophen“ nutzten ca. 3000 Besucherinnen und Besucher bei strahlender Herbstsonne das vielfältige Programmangebot mit Schwerpunkten zum Maximilianjahr aus Anlass des 500. Todestages Kaiser Maximilians und dem 350. Gründungsjubiläum der Universität Innsbruck.

Dank der großen Unterstützung und des Einsatzes unserer Programmpartner war es möglich, 21 denkmalgeschützte Objekte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und im Rahmen von Führungen zu präsentieren. Ihr Engagement ist ein wertvoller Beitrag für die Vermittlung und den Erhalt unserer Denkmallandschaft.

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an die Tiroler Medien (ORF, Tiroler Tageszeitung, sowie lokale Stadt- und Bezirksblätter), die den Tag des Denkmals professionell bewarben. Diese Unterstützung hat wesentlich zum guten Gelingen der Veranstaltung beigetragen.

Am Tag des Denkmals 2019 gab es ein umfangreiches Angebot: Der Bogen spannte sich von maximilianzeitlichen oder mit Maximilian verbundenen Denkmalen in Innsbruck (Zeughaus und Hofkirche), Hall in Tirol (Reliquiensammlung Florian Waldaufs in der Stadtpfarrkirche, die Waldaufausstellung im Stadtmuseum und Burg Hasegg), Kauns (Burg Berneck), Schwaz (Burg Freundsberg, Franziskanerkloster und Dachstuhl der Stadtpfarrkirche), Stans (Schloss Tratzberg mit den Privatgemächern Kaiser Maximilians), Thaur (Burgruine) oder Zirl (Ruine Fragenstein) bis zu Führungen zu den Gebäuden der Alten Universität, dem archäologischen Abgussmuseum oder dem Pulverturm, wodurch der Fokus heuer auch auf den 350. Jahrestag der Gründung der Universität Innsbruck gelegt wurde.

Darüber hinaus wurden Einblicke in die Arbeit der Denkmalpflege gewährt, etwa in die laufende Adaptierung des aufgelassenen Kapuzinerklosters in Ried im Oberinntal, die Grabung in Zellberg bei Kufstein oder das restaurierte Hornwerk auf der Burgruine Ehrenberg. Ergänzt wurde das vielfältige Programm durch Führungen zur Südtiroler Siedlung Reutte sowie mit einer Fahrt nach Schloss Runkelstein bei Bozen.

Wir hoffen, dass die zahlreichen Besucherinnen und Besucher viele interessante Eindrücke mitnehmen konnten und uns im nächsten Jahr am letzten Sonntag im September wieder besuchen.

Menschen in der Burgruine Fragenstein in Zirl © Richard Neumann
Menschen in der Waldaufkapelle in Hall in Tirol © TVB Hall-Wattens
Dachstuhl in der Hofkirche in Innsbruck © Roman Patterer

Vorarlberg

In diesem Jahr lag der Fokus nicht nur auf den im Rampenlicht der Geschichte stehenden Kaisern, Königen und Philosophen, sondern auch auf die in der Geschichtsschreibung stets unterrepräsentierte Hälfte der Weltbevölkerung, den Frauen – passend zum 100-jährigen Jubiläum des Frauenwahlrechts.

Obwohl Vorarlberg bekanntlich nicht reich an Schlössern ist, konnten zahlreiche Spuren und Anknüpfungspunkte zu den Obrigkeiten der großen Herrschaftshäuser entdeckt werden. Von Hard über Wolfurt über Götzis bis nach Amberg wurden neue Geschichten erzählt, die alle mindestens so spannend von den BesucherInnen aufgenommen wurden wie diejenige der Ruine Wälsch-Ramschwag oberhalb von Nenzing, ohne deren Erbauer es die Herrschaft der Habsburger womöglich gar nicht gegeben hätte.

Der in Vorarlberg ab dem 19. Jahrhundert vorherrschende Industrieadel hat für größte Veränderung baulicher Natur gesorgt. Diese Zusammenhänge wurden in Bludenz bei der Fabrik Klarenbrunn aber auch bei der Villa Rosenthal in Hohenems aufgezeigt. Vielfältig wie unser Ländle nun mal ist, konnte im Bregenzerwald auch ein schlichtes, aber dennoch traditionelles Bauernhaus bewundert und begutachtet werden.

Das vorarlberg museum zeigte sich von der femininen Seite mit einem Film zum Frauenwahlrecht und einer Führung zu Angelika Kaufmann. In der Evangelischen Kirche in Dornbirn konnte man Wissen über die Geschichte der Theologinnen im geistlichen Amt erfahren und im Feldkircher Dom gab es Botschaften von Frauen zu entdecken. In Hohenems lud das Jüdische Museum zu einer Führung zum Thema Synagoge und Mikwe ein, was mit regem Besuch belohnt wurde.

Insgesamt über 50 Personen eiferten den beiden Mönchen Kolumban und Gallus nach und begaben sich auf der historische Wallfahrtsroute in Bregenz vom Hafen über einen Zwischenhalt in der Stadtpfarrkirche St. Gallus nach St. Gebhard.

Eine runde Geschichte ergaben die übergreifenden Führungen zu Franz Michael Felder. So konnte man in die Welt des Felders und seines Widersachers, dem Pfarrer Rüscher, vom Dornbirner Stadtmuseum aus über Egg nach Schoppernau eintauchen.

Wie jedes Jahr herrschte bei unseren „Klassikern“ großer Andrang:
Die Highlights der letzten Jahre reichen von Bludenz dem Hotel Tschofen über die Montafoner Museen, den Kristberg, dem Klostertalmuseum, der Ruine Blumenegg, der Villa Maund Schoppernau bis nach Hohenems zum Museum auf Zeit.

Ein so abwechslungsreiches Programm ist nur unter Mithilfe zahlreicher begeisterter DenkmaleigentümerInnen, in öffentlichen Gebäuden engagierten MitarbeiterInnen, ArchitektInnen, RestauratorInnen, HandwerkerInnen und vielen ehrenamtlich Tätigen möglich! Allen diesen Personen gebührt der größte Dank! Aber auch an die BesucherInnen als interessierte Menschen, die das Wissen aufnehmen und weitertragen, ein herzliches Dankeschön!

Menschen auf der Radetzkystraße in Hohenems © BDA
Menschen bei bauhistorischem Exkurs in Wolfurt © BDA

Wien

In Wien luden heuer bei strahlendem Herbstwetter 53 Programmpunkte zum Tag des Denkmals, an dem über 22.300 Besucherinnen und Besucher die vielfältige Denkmallandschaft der Stadt erkundeten.

Kaiserliche Spuren konnten an zahlreichen Stationen innerhalb und außerhalb der Hofburg erforscht werden, wie der Papyrussammlung von Kaiser Franz Josef in der Österreichischen Nationalbibliothek oder dem Kaiseroratorium im Salvatorianerkolleg St. Michael. Dem Gedenken an verstorbene Herrscherinnen und Herrscher widmeten sich Führungen in der Herzgruft der Augustinerkirche und zum Grabmal von Friedrich III. im Stephansdom.

Auf besonderen Anklang stießen fünf Programmpunkte, für die in Kooperation mit der TU Wien von Studierenden spezielle Vermittlungsprogramme erarbeitet worden waren. Auch aktuelle Restaurierungsprojekte, wie der Jüdische Friedhof in Währing und die kürzlich restaurierte Stefaniewarte, lockten viele Besucherinnen und Besucher an, ebenso wie Infostand und Führungen der Stadtarchäologie Wien.

In Hinblick auf den 130. Geburtstag des Philosophen Ludwig Wittgenstein wurde auch das von ihm maßgeblich mitgestaltete Haus Wittgenstein, welches das Bulgarische Kulturinstitut beherbergt, im Rahmen von Führungen zugänglich gemacht.

Zahlreiche Sonderführungen fanden in Wien im Rahmen des Schwerpunktes „100 Jahre Frauenwahlrecht“ statt und beleuchteten das politische und kulturelle Schaffen von Frauen um 1919.

Dem europäischen Thema „Arts & Entertainment“ widmete sich ebenfalls eine Vielzahl an ProgrammpartnerInnen. So lud die Wiener Hofmusikkapelle zum Konzert, die Museen des Belvedere zu Führungen zu den bildenden Künsten und die Arena Wien speziell das jüngere Publikum zu Workshops.

Einen besonders stimmungsvollen Ausklang bildete heuer das exklusiv am Abend geöffnete Appartement von Maria Theresia im Schloß Schönbrunn mit seinen eindrucksvollen Landschaftsmalereien des Johann Wenzel Bergl.

Wir bedanken uns herzlich für das große Interesse unserer zahlreichen Besucherinnen und Besucher und für den enthusiastischen Einsatz der vielen Programmgestaltenden und freuen uns auf den Tag des Denkmals am 27.09.2020!

Menschen vor dem Stephansdom © BDA, Foto: Bettina Neubauer-Pregl
Menschen vor dem Café Schönbergers © BDA, Foto: Bettina Neubauer-Pregl
Menschen in der Markart-Villa © BDA, Foto: Bettina Neubauer-Pregl

Tag der offenen Tür in der BDA-Zentrale

Am Tag des Denkmals gab es die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen des BDA selbst zu werfen und mehr über dessen Arbeit und Aufgabenbereiche zu erfahren: Erstmals lud BDA-Präsident Dr. Christoph Bazil zum „Open House“ in seine Arbeitsräume. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher erhielten dabei die Gelegenheit, den Präsidenten persönlich kennen zu lernen und Informationen über das BDA und seine Aufgaben aus erster Hand zu erfahren.

Zudem wurde in der BDA-Zentrale der Sensationsfund aus einem Kriegergrab in Kärnten am Tag des Denkmals erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Der im Vorjahr geborgene Fund umfasst ein verbogenes Schwert, zwei Lanzenspitzen, zwei Reitsporen, zwei Messer, eine Schere, eine Gürtelschnalle, eine Riemenzunge und Teile eines Schildes.

Auch in Graz führten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesdenkmalamtes exklusiv durch ihre Amtsräume in der geschichtsträchtigen Villa Hold. In der Kartause Mauerbach in Niederösterreich konnten historische Handwerkstechniken wie Kalkbrennen, Ziegelschlagen, Pigmentherstellen, Steinmetzarbeiten und vieles mehr selbst ausprobiert werden.

Fenster am Tag der offenen Tür in der BDA-Zentrale © BDA, Andrea Böhm
Funde aus einem alten Grab in Kärnten © BDA, Andrea Böhm
DKT Spiel am Tag der offenen Tür in der BDA-Zentrale © BDA, Andrea Böhm
Menschen im Büro des BDA-Präsidenten © BDA, Foto: Bettina Neubauer-Pregl
Menschen im Büro des BDA-Präsidenten © BDA, Foto: Bettina Neubauer-Pregl
Menschen in Büro des BDA-Präsidenten © BDA, Foto: Bettina Neubauer-Pregl
Fotos bewundern am Tag der offenen Tür in der BDA-Zentrale © BDA, Andrea Böhm
Tag der offenen Tür in der BDA-Zentrale © BDA, Andrea Böhm
Menschen am Tag des Denkmals in der Hofburg © BDA, Foto: Bettina Neubauer-Pregl

Auftaktveranstaltung zum Tag des Denkmals in Oberösterreich in der Tabakfabrik Linz

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nahmen am Tag des Denkmals teil. Ein Highlight war die Auftaktveranstaltung in der Tabakfabrik Linz in Oberösterreich. Bürgermeister Klaus Luger sprach die Eröffnungsworte, BDA-Verwaltungsdirektor Heinz Schödl leitete in das Programm über und Soziologe Roland Girtler hielt die Festrede zu "100 Jahre Frauenwahlrecht". Ab 12 Uhr fanden Führungen statt, die den Interessierten das denkmalgeschützte Architekturjuwel aus den 1930er Jahren mit 80.000 Quadratmetern überdachter Nutzfläche näherbrachte.

Die Tabakfabrik Linz bietet nicht nur Zugang zu Arbeitsplätzen für mehr als 1.600 Menschen in den unterschiedlichsten Unternehmen und Start-ups, sondern auch einzigartige Veranstaltungsflächen, Co-Wirkung-Spaces und Gastronomieangebote.

Bürgermeister von Linz spricht vor Publikum © BDA, Foto: Irene Hofer
Heinz Schödl spricht vor Publikum © BDA, Foto: Irene Hofer
Klaus Kohout spricht vor Publikum © BDA, Foto: Irene Hofer
Soziologe Roland Girtler spricht vor Publikum © BDA, Foto: Irene Hofer
Chris Müller spricht vor Publikum © BDA, Foto: Irene Hofer
Publikum in Tabakfabrik Linz © BDA, Foto: Irene Hofer